Verlags-Schmerzen
Jul 7th, 2009 | By Videopunk | Category: Online-JournalismusOder: Warum Zeitungsverlage die Innovation verschlafen.Still ist es geworden im deutschen Webvideo-Bereich. Dabei wachsen allerortens die Abrufzahlen, Mediaagenturen suchen nach potenten Ausspielpartnern. Alle wollen mitspielen: Die Brötchenverkäufer (Agenturen), die Leser/Zuschauer (Brötchenkäufer), nur die Brötchenmacher (Verlage) backen auf Sparflamme.
Anstatt jetzt Geld in die Hand zu nehmen, wird bei Webvideo der Rotstift angesetzt. Antizyklisch = Fremdwort. Der ROI liegt zu weit in der Zukunft, Gewinne sind gar schlecht zu prognostizieren. Von Glauben an das eigene Produkt sind die Verlage weiter entfernt als je zuvor. Doch wie will ich einem Kunden ein Produkt verkaufen, von dem ich selbst nicht viel halte.
Dass sich Verlage so schwer mit innovativen und sicherlich riskanten Geschäftsfelden tun, ist ein systemimmantes Problem. Entscheidungsprozesse dauern zu lange, innerhäusliche Poltitk (manche benutzen dafür den Begriff “häusliche Gewalt”) hämmert Querdenkern einen Balken vor den Denkapparat. Innovation bedeutet bedeutet Gefahr!
Also wird munter in tote Geschäftsfelder investiert, fleißig an den Kostenschrauben anderer Bereiche gedreht – und nebenher die eine oder andere Flasche Rotwein getrunken.
Wo das alles enden wird? In fünf Jahren wird es den Großteil unserer Medienhäuser nicht mehr geben. Die Zeitung mag nicht aussterben, gleichwohl aber ihre Backstube.
habe ähnliche erfahrungen gemacht .. bis zu beginn des jahres hat noch regelmäßig das telefon geklingelt. mitschnitt eines podiumsdiskusion hier, imagefilm dort. seit märz aber totenstille. was ist los? ist die erkenntnis, dass erst investitionen zum langfristigen erfolg führen noch immer nicht bei den verlagen angekommen? habe bei verlagen, parteien, institutionen aquise betrieben. über herrscht die blanke angst – zukunftsangst …